Leaving on a jet plane

All my bags are packed I'm ready to go

I'm standin' here outside your door...

Already I'm so lonesome I could die.

So kiss me and smile for me, tell me that you'll wait for me

Hold me like you'll never let me go...


Es waren wieder einmal wunderbare Wochen mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Atlanta macht es uns heute einmal schwerer goodbye zu sagen, begrüßt uns am Morgen mit strahlend blauem Himmel und herrlich warmer Sonne. Unser Flug zurück nach Europa startet erst am Abend, sodass wir hier noch einen ganzen Tag die Zeit genießen können.

Den Vormittag verbringen wir in Midtown, schlendern durch die Straßen, genießen die Ruhe (es ist Labor Day, ein Feiertag), trinken einen kühlen Caramel Macchiato und lassen den Gedanken freien Lauf. Jogger sind unterwegs, Hunde gehen gassi, Paare tun es uns gleich. Wir kommen am alten Fox Theater vorbei, einem Tempelbau, welchen Filmmogul Fox erwarb, zum Kino umfunktionierte und hier die Verfilmung von „Vom Winde verweht“ uraufführte. Üppige und hervorragend gepflegte Grünanlagen machen den Spaziergang zwischen Bürohochhäusern, Apartmenthäusern und kleinen Parkanlagen zum Augenschmaus. Gegen Mittag sind wir von der North Avenue aus die zwei U-Bahnstationen zurückgelaufen, machen uns im Hotelzimmer frisch und schlüpfen in unsere Reiseklamotten.

Noch immer haben wir Zeit, fahren durch noble Wohnviertel in den Suburbs, zum Atlanta History Center. Hier tauchen wir in einem didaktisch hervorragend aufbereiteten Museum in die Geschichte Atlantas ein. Erzählt werden die Meilensteine der Stadt, auch bezugnehmend auf die bedeutendsten Abschnitte der Geschichte der Vereinigten Staaten. Dabei greift das Museum auf große und kleine Begebenheiten verschiedener Einwohner der Stadt zurück, zeigt Dokumente, Exponate, lädt ein in einen Friseursalon aus den 50iger Jahren, umreist die Sport- und Musikgeschichte, lässt Zeitzeugen und deren Aufzeichnungen zu Wort kommen und erweckt die Geschichte zum Leben.

Wir verbringen hier gut 2.5 Stunden - ein schöner Abschluss dieses Urlaubs, auf welchem uns die Geschichte der Vereinigten Staaten und die Geschichten hinter der Geschichte immer wieder begleitet haben.

Mir fällt es in diesem Jahr besonders schwer 😥loszulassen und wieder zurückkehren. Zunehmend mehr entsteht in mir der Wunsch, einen Teil meines Lebens hier zu verbringen, zu arbeiten, zu leben, noch einmal einen ganz neuen Abschnitt mit vielen Herausforderung zu beginnen.

Ein kleines Haus in den Südstaaten mit Veranda, üppig grünem Rasen, dem Auto auf der Einfahrt geparkt, im Sommer dem Singen der Zikaden zu lauschen, ein kühles Bud Light am Abend zu genießen und Freitags zum Essen in die Sportsbar zu gehen. Klingt für viele vielleicht trivial, mich erfüllt diese Vorstellung jedoch mit einem enormen Gefühl von Glück.

Goodbye Amercia 🇺🇸, see you on christmas🎄.

Atlanta - I have a Dream

Nachdem wir uns gestern in Atlanta Midtown fast ein bisschen verliebt haben, waren wir natürlich sehr gespannt, mehr von Atlanta zu sehen.

Mit MARTA, ging es ab nach Downtown. Bereits in der U-Bahn fallen uns seltsam be(ver)kleidete Menschen auf, die sich in Charaktere aus Manga, SiFi und Comicfilmen verwandelt haben, mal mehr, mal weniger gelungen. Wir steigen Peachtree Station aus und sind quasi die Minderheit nicht verkleideter Menschen. Es ist Dragon Con in Atlanta - dass erklärt alles! Wir amüsieren uns ein wenig über die seltsamen Gestalten und sind recht froh, dass die Masse direkt ins Conversation Center abbiegt. Check, die sind wir los.

Unser Weg führt uns in den Centennial Olympic Park. Die Parkanlage ist zu Ehren der 100. Olympischen Spiele 1996 und den teilnehmenden US Athleten angelegt worden - sie ist wunderschön, sehr stil- und geschmackvoll angelegt. Große Grünflächen in Abwechslung mit ruhigen, üppig bepflanzten Ruhezonen, tolle Skulpturen und Wassergärten. Wir nutzen die Anlage etwas später nochmals, um vom Besuch der World of Coca Cola auszuruhen.

Am 6. Juni 1887 lässt sich der Apotheker John Pemperton sein Rezept für ein belebendes Erfrischungsgetränk patentrechtlich schützen, verkaufte jedoch zwei Tage später Zweidrittel seiner Rechte an Asa Griggs Candler um seine Morphiumsucht zu befriedigen. Knapp ein Jahr später verstirbt er in Atlanta. Das verbliebene Drittel vermachte Pemperton seinem Sohn Charley. Asa Candler zog sich in die Politik zurück, wurde Bürgermeister von Atlanta und vermachte seinen Verwandten 90 Prozent der Aktien. Sein Sohn Howard Candler verkaufte 1919, hinter dem Rücken seines Vaters, das Unternehmen an ein Konsortium.

Der rasante Aufstieg von Coca Cola ist jedoch auf die Geschäftstätigkeit von Asa Candler zurückzuführen. Er investiert enorme Summen in die Werbung und belebt die Marke mit ungewöhnlich vielen Streuartikeln, wie Thermometer, Streichholzschachteln, Kalendern, Basballkarten und Metallschildern. Im Grunde hat sich bis heute nicht viel an der Strategie des Coca Cola Konzerns geändert. Coca Cola arbeitet mit Emotionen und schafft es, sich damit in die Köpfe der Konsumenten zu verankern. “Holidays are coming” ... natürlich mit dem roten Weihnachtstrucks und dem Coca Cola Weihnachtsmann 🎅. Uns hat die Coca Cola Welt allerdings weniger gut gefallen. Zu flach, zu viel Merchandise.


Nach der eingangs beschriebenen Auszeit im Centennial Olympic Park laufen wir durch die wenigen alten Straßenzüge von Historic Atlanta und steigen in das Streetcar (Trambahn) nach Sweet Auburn. Der Stadtteil ist (leider) sichtbar ein Afroviertel, überwiegend heruntergekommene Backstein- oder Holzhäuser, tendenziell schmuddelig, auffällig sichtbare und hörbare Pimpcars.

Die Ansage der Straßenbahn verkündet: next stop Martin Luther King Historic site. Wir steigen aus, lassen den MLK National Historic Site Park auf der linken Seite liegen und wenden uns direkt dem Martin Luther King National Urban Park zu. Hier befindet sich das Grab von Dr. King und seiner Frau Coretta Scott Williams. In der dazugehörigen Gedenkstätte tauchen wir in das Leben der beiden ein. Neben den markanten Lebensstationen gibt es persönliche Gegenstände, Schriftstücke, Auszeichnungen, einschließlich dem Friedensnobelpreis, zu sehen. Die Anlage ist würdevoll, sehr dezent und mitnehmend gestaltet.

Bei einem kleinen Spaziergang um den Block der Gedenkstätte fragen wir uns allerdings, ob es diese Vision war, von welcher Dr. King träumte. Es riecht extrem nach Weed, es wird sichtbar mit Drogen gehandelt, fragwürdige Typen hängen herum und junge, attraktive Damen warten auf Kundschaft. Das Szenenbild, wie bereits beschrieben, schmuddelig, heruntergekommen und destruktiv.

MLK hat viel für die Rechte der Afroamerikaner gekämpft und gegeben - am Ende sein Leben. Nach seinem Tod hat Coretta Scott Williams unermüdlich für die Verwirklichung der „I have dream“ Vision gearbeitet. Die Vereinigten Staaten hatten einen afroamerikanischen Präsidenten und damit den sichtbaren Beweis, dass der Traum von Gleichheit und Gleichberechtigung Wirklichkeit ist. Dennoch sind es diese typischen afroamerikanischen Viertel, die uns auf unseren Reisen in den vergangenen 10 Jahren auffallen und wir stellen uns die Frage, worauf warten diese Menschen? Haben sie MLK verstanden? Hat Dr. King davon gesprochen, dass der Traum vor die Tür getragen wird oder war es vielmehr eine Vision, dass jeder, der mutig und Willens ist zu träumen und für seine Träume hart zu arbeiten in einem Amerika seine Ziele verwirklichen kann, egal welcher ethnischen Rasse der Mensch angehört.

Wir haben den Traum als lebendige Wirklichkeit gesehen, als Polizeibeamte in Bosten, Studenten in Yale und Princeton, Bussfahrer in Philadelphia, Krankenschwestern in Baltimore , als Mitarbeiter bei Harley-Davidson in York, als Nationalpark Ranger in Shenandoah und den Great Smokey Mountains, als Angestellte der Bank of America in Charlotte, als Hotel Manager in Atlanta - nicht zu letzt als die vielen Kinder, die unbeschwert miteinander in öffentlichen Parkanlagen spielen und lachen.

Bilder aus Atlanta gibt es hier.

Finally - Atlanta

Wir sind in Atlanta, der Schlussetappe unserer Reise durch den mittleren Osten der USA angekommen. Auf uns warten noch zwei Tage in der Hauptstadt des US Bundesstaates Georgia.

Den heutigen Spätnachmittag haben wir in Midtown verbracht. Der Stadtteil liegt nördlich von Downtown und bietet architektonisch eine eigene Skyline. Es ist eine Mischung aus Office- und Appartementstadteil, welcher zu unserer Überraschung erfrischend lebendig und freundlich auf uns wirkt. Die Gebäude und Straßen sind tip-top gepflegt, schöne Grünanlagen, Skulpturen und Parkanlagen machen Midtown attraktiv und lebenswert.

Wir genießen den Spaziergang durch Teile des Stadtviertels, schlendern durch den Piedmont Park, treffen auf eine schrille LGBT Szene, welche an diesem Labor Day Wochenende Black Gay Pride 🏳️‍🌈feiert.

Bei schönem Spätsommerwetter sitzen wir bis zum Sonnenuntergang im Biergarten der Steamhouse Lounge und essen gemeinsam mit der Neighborhood zu Abend.

Mehr Eindrücke aus Atlanta gibt es morgen.

San Francisco Tag 1

Die San Francisco Bay liegt noch im Nebel und Wolken über der Stadt aber der Tag verspricht sonnig zu werden. Wir kennen die Stadt schon und nehmen uns Zeit für die Stadtviertel welche uns bei unserem letzten Besuch besonders beeindruckt oder gefallen haben. Paul und Emma waren 7 bzw. 9 Jahre als wir 2013 San Francisco das erste mal besuchten. Ihr damaliger Favorit war Chinatown. Es ist wohl die Skurrilität, in Mitten der USA das Gefühl zu haben, in Asien zu sein. Die Eigenwilligkeit der Menschen die nahezu kein Englisch sprechen, die Geschäfte und deren Waren, die Obst-, Fleisch- und Fischmärkte.

Von Chinatown nehmen wir für einen Teil der Strecke nach Fishermans Wharf den Bus. Die Pieranlagen sind nicht so mein Fall, da ich das Gefühl habe, hier eine Inszenierung vorgeführt zu bekommen. Naja, für einen Blick nach Alcatraz lohnt es sich alle mal. Mit den hübschen alten Streetcars (nicht zu verwechseln mit den Cabelcars) fahren wir von Fishermans Wharf, entlang der Pieranlagen die gesamte Marketstreet hinauf bis zur Endhaltestelle nach Castro.

Die Stadtviertel Castro, Ashbury Heights und Haight Ashbury sind fest in den Händen der LGBT Community und Alt-Hippies. Zwischen Castro und 19th Straße sowie Haight Street und Golden Gate Park spielt sich das Straßenleben ab. Hier finden sich dedicatet Cafès, Bars, Clubs und Shops. Dazwischen die wohl schönsten Häuser und fantastischen Blicke auf die Stadt. Die Neighbourhood ist tip-top gepflegt und freundlich.

Direkt an der Haltestelle Castro befindet sich der Harvey Milk Plaza. Harvey Milk war der erste offen bekennende Stadtrat von San Francisco. Seinem Kampf hat die LGBT Community in San Francisco sehr viel zu verdanken. 

Google Translation von Achievements - Harvey Milk:

Harvey Milks Aktionen für die Rechte von Schwulen führten zu einer Vielzahl von Erfolgen. Zum Beispiel war die Tatsache, dass er einen Platz im San Francisco Board of Supervisors bekommen konnte, eine großartige Leistung. Wichtiger ist jedoch, was er im Board gemacht hat. Zunächst startete er Programme, die den Arbeitnehmern und den Rechten älterer Menschen zugute kamen. Außerdem trug er dazu bei, Probleme in der Nachbarschaft wie öffentliche Verkehrsmittel, Polizeischutz, öffentliche Parks und die Verabschiedung eines Gesetzes zu lösen, das die Eigentümer dazu verpflichtete, den Müll ihres Hundes aufzuräumen. Außerdem drängte er auf mehr schwule Polizeibeamte und es gelang ihm. Was weitere wichtige Errungenschaften anbetrifft, wurde das erste Schwulenrecht in San Francisco verabschiedet. Alle Mitglieder des Vorstands, mit Ausnahme von Dan White, stimmten für die Verabschiedung dieses Gesetzes.

Stadtrat Harvey Milk und der damalige Bügermeister George Moscone wurden 1978 durch Dan White im Rathaus erschossen. Lesern meines Blogs empfehle ich den Film "MILK". In einem kompakten Portrait wird die Geschichte Harvey Milk's und die Lebensumstände von Schwulen und Lesben der damaligen Zeit dargestellt.

Wir genießen die Nachmittagsonne, schlendern durch die wunderschönen Straßen mit viktorianischen Häusern, trinken Café und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Ich träume vor mich hin und stelle mir vor, wie es wohl wäre hier zu leben ... 💁🏻‍♂️

Für morgen stehen Segways bereit und wir sind schon sehr gespannt auf die Tour.