Schönheit der Jugend

“Auf dem Weg kehren wir in die Menza ein. Ein Restaurant im Stil der 70iger und 80iger Jahre. Ich fühle mich wieder in meine Jugend zurückversetzt… nicht nur von dem Ambiente des Restaurants. Davon erzähle ich Euch im nächsten Blogeintrag mehr.“

Ich bin geboren und aufgewachsen in der DDR, wer diesen Blogeintrag ließt und in etwa mein Jahrgang, 1975 oder älter ist, der kann vermutlich meine Erinnerungen nachvollziehen. In Budapest lebt der Charme des Ostblocks weiter. Es sind die alten Stadtteile, mit ihren teils heruntergekommenen, jedoch lebendig gehaltenen Häusern und Straßen. Gehsteige, haben wackelige Platten, Grün wächst hier und da heraus, jedoch werden Straßen und Gehsteige stehts sauber gehalten. Große, breite Straßen, Plätze und Monumente mit Denkmälern oder Büsten von verdienten Personen des Landes. Viele Grünanlagen, immer liebevoll mit bunten Blumen bepflanzt. Dazwischen Bauwerke der 70iger Jahre. Alte Straßenbahnen quietschen durch die Gleise der Stadt.

In den weniger touristischen Stadtteilen stehen am Abend Menschen in den kleinen Straßenkneipen oder Parkanlagen und reden miteinander, trinken ein Feierabendbier. Es wird nicht in großen Supermärkten eingekauft, sondern in kleinen Läden an der Ecke. Junge Frauen sind Mütter, mit ihren Kindern an der Hand unterwegs. Überhaupt gibt es auffallend mehr junge Menschen. Die Bevölkerung ist mit Sicherheit nicht reich, auf keinen Fall arm, sehr stolz auf das Geleistete und wirkt viel weniger gehetzt und irgendwie in der breite der Masse glücklicher.

Läuft man an heißen Sommertagen durch die Straßen, streift einem immer wieder ein kühler Hauch aus den Hauseingängen der alten Häuser. Was mich aber ultimative zum verweilen einlädt und mich schlagartig in meine Jugend versetzt ist der kühle Luftzug, gepaart mit dem modrigen Kohlekellergeruch, der auf den Gehsteigen der alten Straßenviertel aus den Kellerfenstern in die Sommerwärme aufsteigt. Auf meinen Reisen nach Prag, Warschau und nun auch Budapest habe ich Gefühle und Erinnerungen, wie ich sie nur selten noch verspüre…