Von Newport nach Bandon

Der Morgen startet im Hafen von Newport. Es riecht nach Meer, Salz und Fisch. Die Kutter sind am Morgen zurückgekehrt und im Hafen wird der Fang verarbeitet. Lachse, Tunfische und Krabben. Wir sitzen in einem Cafè, frühstücken und beobachten das Treiben. Heute muss auf jeden Fall noch frischer Fisch auf den Tisch!

Nach einem kleinen Spaziergang durch Newport geht es auf den 101. Die Straße hält heute für uns so unterschiedliche Eindrücke und Bilder bereit, wie ich sie mir nicht vorgestellt habe. Flache Küstenabschnitte mit breiten Sandstränden, wechseln auf steile und zerklüftete. Die Luft ist erstaunlich mild. Wir steigen oft ein und aus - genießen die Strandspaziergänge. Zwischendurch immer wieder endlos tiefe Wälder, soweit das Auge blicken kann.

Kleinere und größere Fischerdörfer begleiten uns auf dem Weg. Manche sind niedlich schön, laden zu einem Schaufensterbummel ein, andere lassen wir an der Straße zurück. Die Gegend war über viele Jahrzehnte hinweg von Fischfang und Holzindustrie bestimmt. Nicht jeder Ort hat den Umschwung in den Tourismus als Einnahmequelle geschafft. Solche, die den Weg frühzeitig in Richtung Tourismus eingschlagen haben, werden mit Urlaubern und Pensionären und deren Geld belohnt - das sieht man beispielsweise im kleinen Örtchen Florence.

Dicht hinter Florence beginnt die größte Dünenlandschaft der USA, der Oregon Dunes National Park. Schier endlos weit und hoch scheinen Dünen. Wir wandern durch einen Abschnitt dichter Vegetation. Herrliche Kiefernwälder und typische Dünensträucher. Im Hintergrund das Rauschen des Pazifiks. Herrlich frische, milde Luft. 

Entlang der Straße treffen wir auf ganz unterschiedliche Mitstreiter. Ein Pärchen junger Frauen, unterwegs von Kanada in einem alten VW Bus. Eine Familie aus Frankreich - auf einer 4 Jahre dauernden Weltreise. Urlauber wie wir und Städter auf Kurzurlaub. Was uns auffällt, die Menschen die wir auf der Straße, am Strand  oder in den kleinen Orten treffen sind ausgesprochen freundlich - wie hatten wir das in Seattle und Portland vermisst - das ist die USA, wie wir sie in den letzten 10 Jahren, auf unterschiedlichen Reisen kennengelernt haben.

Am frühen Abend treffen wir in Bandon ein. Das Thermometer ist von 75°F auf 57°F gesunken. Wir checken in unser süßes kleines Motel ein, machen uns frisch und schlüpfen in wärmere Kleidung. Danach kommt, was ich mir am Morgen vorgenommen hatte - frischer Fisch! Diese Nacht wird unsere letzte Nacht in Oregon sein - morgen wechseln wir nach Nordkalifornien.