Seattle, WA - Tag 1

Der diesjährige Road Trip führt uns entlang des North Pacific Coast Highway 101 von Seattle nach San Francisco. Zum Auftakt der Tour stehen 3 Tage Seattle in unserem Tourenplan.

Die Zeitverschiebung verlangt mal wieder ihren Tribut und so ist es erst 5:00 Uhr morgens als unsere Augen einfach nicht mehr geschlossen bleiben wollen. Wir erwachen in unserem Baumhaus - es ist kein klassisches aber dank der riesigen Pinie im Vorgarten und der Tatsache, dass wir im ausgebauten Dachgeschoß eines netten kleinen Vorstadthauses erwachen, lässt es den Eindruck zu tatsächlich in einem solchen geschlafen zu haben.

Noch ein wenig im Bett hin und her gewälzt und irgendwie doch noch bis 7:00 Uhr liegengeblieben, startet der Sonntag dennoch recht früh. Bereits um 8:00 Uhr sitzen wir in einem gut gefüllten Café in der Rainier Ave in Mitten von Columbia, einer kleinen Vorstadt von Seattle.

Gut gestärkt geht es dann in Richtung Downtown. Wir parken unser Auto in einem der Großraum Parkhäuser und laufen noch etwas benommen durch die Straßen, Downtown Seattle. Der Wetterbericht hat warmes Sommerwetter versprochen. Dieses, so bemerken wir, startet jedoch erst am Mittag. Es ist ziemlich frisch im sonntagmorgentlichen Seattle. Unser Weg führt uns zum Public Market an der Waterfront. Ein netter Streetmarket mit üppigen Blumen- und Obstständen und jeder Menge frischem Fisch. Wir durchqueren den Markt, laufen entlang der Waterfront und zurück hoch in die Häuserschluchten von Downtown.

Bei mir will der Funke nicht so recht überspringen. Sowohl der Public Market als die Waterfront können mit den vergleichbaren Szenarien in San Francisco nicht mithalten und auch Downtown setzt nur in einem Maßstäbe - jeder Menge Obdachloser und an vielen Ecken dem Geruch von altem Urin. Ich geb mir einen Ruck und versuche der Stadt ihre Chance zu geben. Immerhin haben wir eine Segway Tour gebucht und vielleicht zeigt uns der Guide, dass die Stadt auch ganz andere Ecken zu bieten hat.

Mit der Monorail geht es von der Westlake Center Mall Station zur Seattle Center Station. Die Monorail, wie auch das gesamte Areal der Seattle Center Station, inklusive dem Wahrzeichen Seattles, der Space Needle, stammen aus der  Zeit von 1962 und wurden anlässlich der Weltausstellung gebaut. Obwohl schon sehr alt, verbreiten die Monorail, als auch Seattle Center einen besonderen Charme. Ich fühle den futuristischen Aufbruch, den die verschiedenen Gebäude rund um die Seattle Center Station samt Space Needle versprühten. 1962 muss dieses Areal tatsächlich wie eine fantastische Zukunftstadt gewirkt haben.

Unsere Segway Tour startet wenige Blocks entfernt und führt uns durch die Stadtviertel: Lower Queen Anne, Westlake, South Lake Union, mit Blick auf Capitol Hill. Es geht vorbei an der Bill und Melinda Gates Foundation , dem riesigen Areal von Amazon und dem Allen Institute. Beschäftigt man sich mit den beiden dahinterstehenden Initiativen, ist es schön zu sehen, dass nahezu grenzenloser Reichtum auch mit gelebter Verantwortung einhergehen kann. Die Tour führt uns zum Lake Union. Die Promenade entlang des Historischen Museum sowie der Blick auf Capitol Hill zeigen schönere Seiten von Seattle und versöhnen den ersten Eindruck.

Nach der Segway Tour erhalten wir noch den Tipp, zu Fuß zum wenige Blocks entfernten Kerry Park zu laufen und werden mit einem wunderbaren Postkartenblick auf Seattle entschädigt. Kerry Park liegt in Mitten von herrschaftlichen Villen und Apartments für wohlhabende Bürger der Stadt  Seattle. Ein toller Ausblick auf Downtown, die Bay und Richtung Olympic Mountains. Den späten Nachmittag verbringen wir zwischen Downtown und First Hill, u.a. in der Kaffeerösterei von Starbucks. Der Konzern hat im übrigen hier in Seattle seinen Ursprung. Dies gilt auch für Amazon und Microsoft.

Für Tag zwei steht ein Blick ins Detail auf dem Plan - wir möchten tiefer in die Stadtviertel ein- und vordringen.