Heading Los Angeles, CA

Zwei Tage Las Vegas mit Shoppen, Spielen und Erholen am Pool liegen hinter uns. Das war schön und gehört für uns auch zu einem USA Urlaub. Heute starten wir die Schlussetappe unserer langen Reise auf der Route 66.  Wie ein Magnet zieht uns Los Angeles an. Von der Route 66 sind in Kalifornien noch gut 300 Miles erhalten und befahrbar. Gut 100 Miles davon liegen im Großraum L.A. und für diese benötigt man 1 (!) in Worten, einen ganzen Tag. Wir beschränken uns auf die außerhalb liegenden Abschnitte und passieren die Orte Barstow, Hodge, Oro Grande oder Victorville. Allesamt keine nennenswerten Schönheiten und so kann ich Euch nicht viel berichten, immerhin Sammy Davis Jr. soll in Victorville bei einem Autounfall ein Auge verloren haben.

Zunächst reisen wir durch die endlos erscheinende Mojave Wüste, vorbei an ganz viel Nichts und, dass mögen viele nicht glauben, an großen Energiekraftwerken - nicht Atomkraft - nein, es handelt sich um renewable energy. Power Solar Kraftwerke und gigantische Windparks. Kalifornien ist in Sachen erneuerbare Energien vorn dabei, nicht zuletzt auch ein Erfolg des ehemaligen Gov. Schwarzenegger.

Auch Orte wie die Mojave Wüste haben ihre Reize. Es ist die besondere Stimmung aus Leere, Trostlosigkeit, sengender Hitze (111°F)  und der Hauch des Todes den man hier spürt. Während ich einige Bilder fotografiere, um Euch die Stimmung zu transportieren, habe ich wieder eine Sequenz, wie soll es anders sein, aus einem Animationsfilm (Rango) im Kopf, welche meine beschriebenen Eindrücke erfrischend witzig transportieren.

For more info on 'Rango' visit: http://www.hollywood.com

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Geografisch und geologisch gibt es wieder ein Highlight. Wir überqueren die San Andreas Verwerfung und befinden uns auf der Pazifischen Platte. Diese Region gilt als eine der aktivsten tektonischen Zonen und hat sowohl L.A. als auch San Francisco bereits verheerende Erdbeben beschert. Die Nordamerikanische Platte, auf welchem sich die USA zum größten Teil befindet, bewegt sich nach Süden, die Pazifische entgegengesetzt. Nicht nur als sich breit auftürmender Canyon ist der San Andreas Graben gut sichtbar, bei genauem Betrachten, sieht man sogar die unterschiedlichen Gesteinsarten.

Es vergeht kein Tag in L.A. an dem die Erde nicht bebt. Es sind freilich Mikrobeben, welche von Messinstrumenten aufgezeichnet werden. Ab und an rappelt es auch für den Menschen spürbar. Größere Beben sind sowohl für San Francisco als auch für Los Angeles überfällig. So gern ich ein Erdbeben auch einmal selbst spüren möchte, wünsche ich es den beiden Metropolen und den hier lebenden Millionen Menschen, dass es noch lange auf sich warten lässt.

Wir lassen den Graben hinter uns und fahren auf der 66 nach San Bernadino. Hier liebe Blog Leser, befindet sich die Geburtsstätte eines der amerikanischen Unternehmen der Welt, welche nahezu an allen Orten dieser Erde bekannt ist und über Jahrzehnte Klischees vom ausschließlich Burger essenden Amerikaner geprägt hat. Bevor ich noch länger um den heißen Brei schreibe, lasse ich die Katze aus dem Sack: McDonalds. Hier in San Bernadino entwickelten 1940 die Brüder Dick und Mac McDonald das Konzept des Schnellrestaurants.

Bis dato gab es selbstverständlich Imbissbuden, wie wir sie alle kennen. Diese hatten jedoch auch alle eines gemeinsam: Bei größerem Kundenaufkommen geraten diese Würstelbuden an ihre Kapazitätsgrenzen und es bilden sich lange Warteschlangen. Das Problem erkannten die beiden und tüftelten an einem Organisationsmodell, welches die Zubereitungsabläufe in der Küche strukturiert und so organisiert, dass selbige sich nicht überschneiden und die Mitarbeiter Hand in Hand arbeiten. Dafür zeichneten die beiden den Grundriss ihrer Küche samt der notwendigen Zubereitungsstationen auf ein Baseballfeld und ließen die Mitarbeiter darin immer wieder die Abläufe durchspielen. Mit der Stoppuhr in der Hand und auf einer Leiter, von oben die Abläufe beobachtend, wurden immer wieder Anpassungen vorgenommen, bis schlussendlich das Optimum erreicht war.

Die beiden übertrugen nun ihr Konzept in die reale Küche und stellten rasch fest, dass sie technisch aufrüsten mussten, um das Optimum wirklich herauszuholen und bestellten u.a. mehrere 5-armige Multimixer zur Zubereitung von Milchshakes. Das Volumen der Bestellungen für ein Restaurant war so ungewöhnlich, dass der Handelsvertreter Ray Kroc es nicht glauben konnte und beschloss, dieses Restaurant persönlich zu besuchen.

Ray war so fasziniert von dieser perfekten Organisationsstruktur, dass ihn die Frage umtrieb, warum die Brüder kein weiteres Restaurant oder gar mehrere betrieben. Unmengen an Dollar ließen sich so damit verdienen. Er überzeugte die Brüder, welche bereits schon einmal erfolglos einen Versuch der Expansion gestartet hatten, ihn eine Franchise Filiale in Des Plaines, Illinois zu eröffnen zu lassen. Am 15. April 1955 öffnete die Filiale, welche heute das offizielle Museum des Unternehmens Mc Donalds ist.

Schon bald verstand sich Ray Kroc, mehr als Business Development Manager und er fand neueFranchisenehmer in Chicago.

1956 20 Millionen verkaufte Hamburger
1957 50 Millionen verkaufte Hamburger
1958 100 Millionen verkaufte Hamburger

Mit steigendem Erfolg und eigenen Fillialen in Illinois, kam Ray immer wieder mit neuen, eigenen Ideen auf Dick und Mac zu, doch die beiden Brüder hatten zum einen nie vor ihr Geschäft derartig anschwellen zu lassen, noch wollten die beiden irgendetwas an ihren Produkten optimieren. Streit und Disharmonie waren vorprogrammiert, vor allem darüber, dass viele der damaligen Franchisenehmer eigene Produkte entwickelten und ihre Fillialen oft vernachlässigten.

Trotz der stetig wachsenden Restaurants kam Ray finanziell auf keinen grünen Zweig. Harry Sonneborn, späterer Finanzchef, erkannte, dass nicht Franchisegebühren, sondern Pacht die Einnahmen richtig ankurbeln würden. Sonneborn gründete die McDonalds Immobilienunternehmung, welche Grundstückseigentümer ausfindig machte, die auf ihrem eigenen Land von ihrem eigenen Geld eine Franchisefilliale bauten.

Die Immobilienfirma pachtete das Land für 20 Jahre. Die Immobilienfirma des Franchise Unternehmens wiederum verpachtete das Gebäude an einen Franchisenehmer weiter, mit einem Aufschlag von (anfangs) 20 % und mit einem Vertrag, der die Pacht an den Umsatz band. Der Franchisenehmer musste auf jeden Fall die Pacht zahlen, oder aber (anfangs) 5% vom Umsatz, wenn diese 5% höher waren als die vereinbarte Pacht. Die Grundstückseigentümer sahen von diesen Mehreinnahmen natürlich nichts.

Die Pachtverträge hatten einen großen Vorteil. Das Unternehmen bekam Macht über seine Franchisenehmer, denn der Pachtvertrag wurde mit der Lizenz gekoppelt, so dass ein Verstoß gegen die Franchise eine Kündigung des Pachtvertrages nach sich ziehen konnte. Was mit dem ursprünglichen Franchiseverträgen nicht gelang, das gelang mit dem Pachtvertrag. Wer nicht 100prozentig machte, was die Zentrale wollte, der musste gehen - auch aus dem Gebäude.

Schlussendlich gewann Ray Kroc die Oberhand und kaufte MacDonalds für 2.7 Millionen USD den Brüdern Dick und Mac McDonald ab. Vertraglich wurde geregelt, dass beide den Namen McDonalds nicht mehr für ein Restaurant verwenden durften. Das Restaurant der beiden firmierte zu „Big M“ um. 1962 eröffnete Ray in unmittelbarer Nähe ein McDonalds Restaurant. Dick und Mac entschieden sich für den Ruhestand und das Big M Restaurant wurde 1972 abgerissen. Lediglich das Straßenschild des Big M verblieb.

Die Geschichte ist tragisch auf der ein aber auch faszinierend und erstaunlich auf der anderen Seite und ein Beweis für die Wirklichkeit des großen amerikanischen Traums, der es ermöglicht mit einer zündenden Idee, harter Arbeit und Geschäftssinn vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden.

Die Geschichtegibt es als Hollywood Film.

In Theaters Everywhere January 20th! SYNOPSIS Written by Robert Siegel (BIG FAN), THE FOUNDER is a drama that tells the true story of how Ray Kroc (Michael Keaton), a salesman from Illinois, met Mac and Dick McDonald, who were running a burger operation in 1950s Southern California.

Wir sind im Großraum von Los Angeles angekommen. Morgen beenden wir unsere Route 66 Reise offiziell - am Santa Monica Pier und verbringen noch einige Tage in Los Angeles.