Von Sedona, AZ nach Kingman, AZ

Es geht zurück auf die Straße und damit auch immer näher an unser Ziel. Unsere heutige Etappe auf der Mutter aller Straßen führt uns bis nach Kingman in Arizona. Von hier aus machen wir für 2 Nächte einen Abstecher nach Las Vegas.

Auch Sedona war ein Abstecher und so fahren wir zunächst nach Flagstaff, um wieder auf die Route 66 zu gelangen. Teilweise müssen wir dem Interstate 40 folgen, da dieser direkt über die alte Straße betoniert wurde. Ab Exit 165 können wir wieder auf der 66 fahren und gelangen nach Williams. Der Ort selbst ist gut in Schuss und eine alte, kleine Westernstadt, wie man sie sich so vorstellt. Übrigens, Williams hat sich lange gerichtlich vor der Umgehung durch den Interstate gewehrt und nur gegen den Deal, mit mehreren Exits angeschlossen zu werden, klein beigegeben.

Freilich ist auch dieser Ort eine lebendige Devozionalie und verkauft ebensolche auch in zahlreichen Giftshops aber das gehört auch dazu. Ansonsten schimpft sich Williams als "Gateway to Grand Canyon", was so auch stimmt. Dementsprechend gibt es einiges an Motels rund um den Ort. Wir haben den Grand Canyon ausgelassen, da er zum einen noch gut 1.5 Stunden einfache Fahrt (!) entfernt liegt, zum anderen möchten wir Grand Canyon, Zion, Bryce etc mit ausreichend Zeit auf einer unserer nächsten Reisen anschauen.

Mit Eindrücken und Bildern aus Williams geht es weiter auf der Straße und wir können einen Streckenabschnitt befahren, der sich von Seligman über Peach Springs bis Kingman sehr weit von dem I40 entfernt. Während Seligman und Kingman jeweils direkter Knotenpunkt dieses verlassenen Abschnitts am I40 darstellen, ist Peach Springs einer der vergessensten Orte.

Genau dieser Ort hat die Drehbuchautoren von Pixars Animationsfilm "Cars" inspiriert, von dem Schicksal und dem damit häufig verbundenen Untergang der vielen kleinen Orte, welche einst mitten im Leben der Route 66 lagen, zu erzählen. In Cars nennt sich der Ort Radiator Springs und viele der von mir fotografierten Plätze finden sich darin wieder.

Ich habe mir wirklich nicht vorstellen können aber der Film transportiert sehr viele Wahrheiten und sehr viele Gefühle, welche ich auf unserer langen Reise erlebt und gespürt habe. Wer damit leben kann, das die Darsteller durch animierte Autos (welche ja auch die wirklichen Helden der Route 66 waren) ersetzt werden, der sollte sich den Film ansehen. Abgesehen davon, für mich als Steve Jobs Verehrer ein Muss - er erkannte das Potential in Pixar und hat den Zeichentrickfilm mit Pixars höchst intelligenten und genialen Mitarbeitern revolutioniert und den damaligen Platzhirsch Walt Disney ordentlich vorgeführt. Die alten Pixar Filme haben dementsprechend alle Tiefgang in der Geschichte, man muss sich nur darauf einlassen, einen Animationsfilm zu schauen. Schlussendlich hat Steve Jobs Pixar dann für Milliarden (!) an W.D. Company verkauft.

Genre: Animation | Adventure | Comedy Directed by, John Lasseter Produced by, Darla K. Copyright by Pixar

Jetzt aber Schluss mit der Vergötterung und zurück auf den Kern. Von Flagstaff nach Kingman verändert sich auch die Landschaft noch einmal merklich. Flagstaff liegt 7.000 ft, Kingman 3.333 ft hoch. Aus Wäldern wird karge Wüste. Kingman ist dann auch Ausgangspunkt des wohl härtesten Abschnitts der 66. Dieser führt durch die Mojave Wüste nach Barstow, CA.

Als Automobile noch nicht die technische Rafinesse und technische Zuverlässigkeit hatten wie heute, sind viele Reisende diesen Abschnitt nur in der Nacht gefahren. Dies bot zum einen angenehmere Fahrtemperaturen, zum anderen schonte es die Motoren, welche bei 105°F meist überhitzten. Und wer möchte bei 105°F schon gern mitten im Nichts liegenbleiben. Hat man doch eine Panne, kann man sich auf eines verlassen - die Hilfsbereitschaft der Amerikaner. Auf unseren unzähligen Foto Road Stops am Rande der Straße, haben wirklich immer vorbeifahrende Autos angehalten und gefragt, ob bei uns alles ok ist und wir Hilfe benötigen. Probiert das mal zwischen Starnberg und München - Good Luck!

In Kingman angekommen reisen wir Richtung Norden nach Las Vegas. Wir benötigen mal wieder Großstadt, wollen Outlet shoppen und spielen. Dies ist auch der Grund, warum ihr meinen heutogen Blogbeitrag erts so spät zur Verfügung gestellt bekommt. Es war gestern spät, nach Null Uhr - ich hatte mir 100 USD gegönnt und war im Cesars Palace. Ich kenne nun die Höhen und Tiefen, welche der Spieler am Roulett Tisch durchleben kann. Am Ende habe ich es aber geschafft, zum richtigen Zeitpunkt wieder aufzuhören - Resultat 160 USD und damit 60 USD extra Urlaubsgeld für die Kinder, erspielt. Pappi Du bist mein Held!