Sedona - Red Rock Secret Mountains

Nach den vielen Tagen auf der Straße gönnen wir uns wieder etwas Auszeit. Die kommenden beiden Tage verbringen wir in den Bergen von Sedona. Mit den Alpen vor der Haustüre sind wir im Grunde recht verwöhnt und nicht so leicht zu beeindrucken. Wie in meinem gestrigen Blogbeitrag geschrieben, sind wir aber aus dem Staunen nicht herausgekommen.

Der Charme der Berge sind zum einen die Farben, insbesondere bei Sonnenauf - und untergang aber auch die Formen. Es gibt hier weniger kompakte und zusammenhängende Felsmassive, wie wir sie aus dem Alpen kennen. Dies liegt vor allem an der Entstehungsgeschichte, welche vor knapp 360 Millionen Jahren begann. Die heutigen Berge existierten zu dieser Zeit noch nicht. Ein gewaltiger Urozean überzog das Land und legte hier verschiedene Sedimente ab. Durch das Auseinanderdriften der Urkontinente, also der Bewegung der Erdkruste, wurde der Urozean mehr und mehr verdrängt. Es entstand subtropischer Lebensraum. Auch Dinosaurier waren hier in der Region von Sedona anzutreffen.

Ein jähes Ende fanden die Saurier mit dem gewaltigen Einschlag eines Meteoriten in der heutigen Region der Halbinsel Yukatan. Dieser Einschlag war so gewaltig, dass dieser auch tektonisch wirksam war. Das Areal des heutigen Arizona wurde dabei gehoben. Erneut drangen vor gut 200 Millionen Jahren wieder Ozeane vor und hinterließen Unmengen an Sedimenten. Das Auseinanderdriften der Kontinente führte zu weiteren strukturellen Veränderungen in Form von Faltungen.

Vulkanische Aktivitäten setzten auch in der Region Arizonas ein und bildeten riesige Lavaströme, welche tiefe Schluchten in die Region fräßten. In der erdgeschichtlichen Neuzeit wurde es dann ruhiger und so konnten Wind und Wasser beginnen, die über Jahrmillionen aufgestapelten Sedimentschichten zu errodieren. Das Ergebnis dieser Kräfte bildete die einzigartigen Canyons und Überbleibsel gewaltiger Bergformationen, wie sie in Sedona und weiter südlich Richtung Phönix zu finden sind.

Mit dem "beruhigen" der Extreme wurde auch menschliches Leben möglich. Große Indianerkulturen begannen sich in den Canyons auszubreiten. Es waren zunächst Sinagua Indianer, später auch Yavapai und Apachen, welche hier in Sedona lebten. Mit der Eroberung durch die Spanier und später durch die "Weißen" begann auch hier der Überlebenskampf für die Indianer.

Das heutige Sedona ist vor allem ein touristisches Ziel für Wanderer, Mountain Biker und Wintersportler. Sedona präsentiert sich sehr sauber, extrem unamerikanisch gestaltet, mit tollen kleinen Geschäften, Gallerien und schicken Restaurants. Ein Ort mit Wohlfühlcharakter.

Unseren heutigen Tag haben wir in mitten der grandiosen Natur bei einer Wanderung auf dem Little Horse Trail sehr genossen und uns unbewusst der Jahrmillionen an Entstehungsgeschichte dieser Region, an seinem heutigen Aussehen erfreut und nicht satt sehen können. Einen Eindruck von unserer kleinen Bergtour findet Ihr in den Bildern.