Von Gallup, NM nach Sedona, AZ

Wir verlassen New Mexico und gelangen in den US Bundesstaat Arizona. Der US Bundesstaat bietet Naturwunder, wie man sie in Häufung und Wandelbarkeit innerhalb von wenigen Miles wohl kaum ein zweites Mal auf der Welt findet. Bereits kurz hinter der Bundesgrenze eröffnet der Painted Dessert und Petrified Forest Nationalpark ein Zeitfenster in 220 Millionen Jahren erdgeschichtliche Vergangenheit.

Arizona war damals Bestandteil des Superkontinents Pangea und befand sich auf Höhe des Äquators. Dem entsprechend üppig und subtropisch waren hier Flora und Fauna. Breite und große Flüsse flossen durch die heutigen trocknen Weiten. Immer wieder kam es zu riesigen Überschwemmungen. Bäume wurden entwurzelt und Tiere von den Wassermassen mitgerissen. Vulkanausbrüche lagerten über viele Millionen Jahre immer wieder Sediment ab.

Mit dem Auseinanderdriften der Kontinente verschoben sich die Klimazonen und was über Millionen von Jahren tief unter der Erde vergraben blieb, begannen die Kräfte der Natur wieder freizulegen. Heute blickt man auf vielseitige Farben und Formen von Gesteinen und kann die Überreste der einstigen, bis zu 50 Meter hohen Bäume als versteinerte Artefakte betrachten. Teilweise sind die Baumstämme so gut erhalten, dass man noch aus wenigen Metern Entfernung das Gefühlt hat auf gerade frisch gefällte Baumstämme zu sehen. Unglaublich und faszinierend.

Doch so karg diese Landschaft erscheint, bereits vor und nach Christus lebten hier Pueblo Indianer verschiedener Stämme. Auch diese Überreste menschlichen Lebens kann man im Nationalpark bestaunen. Es finden sich Grundmauern von Gebäuden, ein Sonnenwendkalender und jede Menge Petroglyphen - also indianische Felsenmalereien.

Knapp 40 Fahrminuten hinter dem Nationalpark halten wir in Holbrook - ein Hüngerchen treibt uns in diesen ebenfalls alten und geschichtsträchtigen Ort. Er galt zu Zeiten des Wilden Westens als ein übles Pflaster, in welchem für Frauen und Kirchen kein Platz war. Viele texanische Cowboys flohen hierher, um sich der Hand des Gesetzes zu entziehen. Das hart erarbeitete Geld verspielten und verhurten sie sofort in den Saloons der Stadt und Streitigkeiten wurden mit dem Revolver geklärt. Der Höhepunkt war jedoch eine über ein Jahrzehnte dauernde Familienfehde zweier Viehzüchter, welche beinahe die gesamten Familien auslöschte.

Heute ist Holbrook eher durch das Wigwam Motel noch ein Begriff.  Zu Hochzeiten der Route 66, welche durch Holbrook verlief, konnte der Reisende eine Nacht in einem steinernen Wigwam verbringen. Über viele Jahrzehnte dem Verfall ausgeliefert, bescherte der Route 66 Tourismus dem Motel ein Rivival. Thematisch fand das Motel auch einen Platz im Pixar Animationsfilm Cars. Heute kann man in dem renovierten Motel wieder übernachten.

Von Holbrook aus geht es weiter in Richtung Flagstaff und von hieraus in eine Landschaft, wie wir sie von Arizona nicht erwartet hätten. Wir tauchen ein in hohe Berge, tiefe Wälder und einen Anblick atemberaubender Schönheit. Wir treffen kurz vor Sonnenuntergang in Sedona, ca. 30 Miles südlich von Flagstaff ein. Der Ort und die Berge scheinen in einem glutroten Feuer die Nacht zu beginnen. Mit Staunen verfolgen wir dieses Schauspiel. Auf Bilder von Sedona und den Red Rock Secret Mountains dürft Ihr Euch morgen freuen.