Von Springfield, MO nach Tulsa, OK

Es treibt uns weiter und wir verlassen Springfield und damit auch rasch den Bundesstaat Missourie. Die Route 66 trägt uns in die Staubschüssel der USA nach Oklahoma. Die Landschaft flacht immer mehr ab - Farmen bedeutet hier vor allem Rinderzucht.

Die Straße hat hier wirklich romantische und ländlich-idyllische Abschnitte. Knapp 25 Miles westlich von Springfield treffen wir auf Gary's Gay Parita - und seine irre Route 66 Devotionaliensammlung - er und die Sammlung sind ein Unikum, machen aber genau das aus, was die Route 66 so legendär macht.

Weiter geht es auf kleineren und größeren Straßenabschnitten, stehts ländlich und westernartig - die Titelmusik von Bonanza will mir nicht aus dem Kopf gehen - aber genauso sieht es hier aus. Wir treffen auf das kleine Örtchen Carthage und lassen uns bei Ed und Kate im "Mother Road Coffee" verwöhnen. Es ist keine der typischen Kaffeehaus Ketten - hier kommt der Kuchen noch von Muttern, vielmehr Großmuttern - und die kann es wirklich! Kate und Ed kommen nicht aus der Gegend, sind zugezogen und haben in dem kleinen Örtchen genau das eröffnet, was den beiden am meisten gefehlt hat - ein Café.

Wir fahren weiter - das Wetter hat sich gedreht. Dunkle Wolken hängen am Himmel und für den Nachmittag sind schwere Gewitter vorhergsagt. Wir befinden uns wie gesagt in Oklahoma - wem das nichts sagt, dem sei gesagt, dass es im Jahr hier 54 Twister gibt. Wir haben keinen gesehen aber konnten uns bei den aufziehenden Unwettern gut vorstellen, wie es wohl sein mag, wenn plötzlich ein Rüssel aus den Wolken wächst.

Nach ergiebigen Regenschauern und Blitzen erreichen wir Tulsa, OK. Die Stadt ist in Bewegung - offenbar hat man in den letzten Jahren viel investiert, gebaut und hergerichtet. Downtown ist von größeren Gebäuden geprägt aber drum herum, in ehemaligen Industriegebieten entstehen in alten Werk- und Lagerhallen interessante neue Wohnungen, Büros und Bars & Restaurants im Loftcharakter.

Von St. Louis, MO nach Springfield, MO

Wie angekündigt, haben wir den heutigen Tag mit einem kühlen Bud Light begonnen - jawohl begonnen. Die Anheuser Busch Brauerei hat deutsche, mehr noch, bayrische Wurzeln und braut seit den 1870iger Jahren Bier in St. Louis und hat viele Jahrzehnte als ein von Einwanderern gegründetes Unternehmen den US Biermarkt dominiert.

Nach gigantischen, weltweiten Expansionen ereilte Anheuser Busch selbst eine Übernahme und so gehört die Brauerei mit all seinen Marken zu einem belgischen Konsorzium. Wie auch immer - wir haben die Führung durch die traditionellen Gebäude genossen.

Wir machen uns nun aber weiter auf den Weg tiefer in den Westen Missouris vorzustoßen. Die Route 66 schlängelt sich durch eine saftig - grüne Mittelgebirgslandschaft. Der nun die Route 66 ersetzende Interstate 44 West hält teilweise guten Abstand zur alten Landstraße und so kommt auch in diesem Abschnitt ein sehr schönes, abwechslungsreiches Fahrgefühl auf.

Wir durchqueren Ortschaften mit dem Namen Pacific, Bourbon und Cuba. In letzterem Örtchen beschleicht uns ein kleines Hungergefühl, welches durch ein direkt an der Straße liegendes Roadside BBQ und Steak House namens, Missouri Hick Steak House bestärkt wird. Neben dem ein oder anderen skurrilen, offenbar ortsansäßigen Gast, sind wir in guter Gemeinschaft reiselustiger Route 66 Abenteurer.

Gut gestärkt geht es dann weiter nach Springfield, MO. Hier verpasst der Reisende nichts, es sei denn er ist Fan des Hollywood Schauspielers Brad Pitt und darauf erpicht, die Stadt zu sehen, in welcher der Schauspieler aufwuchs. Das war es dann aber auch schon. Uns war die komplette Strecke nach Tulsa oder gar Oklahoma City zu weit und von daher ist Springfiled, MO der Zwischenstop unserer langen Reise.

Den Abend haben wir im winzigen Downtown Springfield, in einem von außen unauffälligen aber im Inneren umso einladenderen Burger Restaurant Black Sheep beschlossen.

Von Springfield, IL nach St. Louis, MO

Wir folgen weiter den Spuren der alten Route 66 und fühlen uns immer mehr wie in einem Road Movie. Es ist ein irres Gefühl von Freiheit und Entdeckertum, dass uns mit jeder zurückgelegten Meile beschleicht.

Umgeben von Mais- und Sojafeldern, die schier unendlich und bis zum Horizont zu reichen scheinen, durchstreifen wir die Landschaft. Zeitweise reisen wir auf Straßenabschnitten, die derart alt und verlassen sind, dass bereits das Gras die Oberhand über die Befestigung gewonnen hat.

Immer wieder kommen wir an Ortschaften vorbei, welche wie eingefroren erscheinen in einer längst vergangenen Zeit. Es ist was wir uns erhofft hatten - eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise durch Schicksale einzelner Regionen.

Wir durchqueren die Ortschaften Chatham, Virden und Carlinville und nähern uns langsam aber sicher dem Tor zum Westen, St. Louis. Inzwischen hat sich auch die Landschaft verändert. Die flache Prärie wechselt sich mit sanften und grünen Hügeln ab und nahezu jede kleine Schlucht - wird als "Creek" bezeichnet - es ist ein wenig wie im Film.

St. Louis ist dann wieder die Rückkehr ins Hier und Jetzt, wobei auch hier die Zeit (leider) still zustehen scheint. Die Stadt steckt architektonisch in den 70iger Jahren fest und hat schon sehr viele besser Zeiten erlebt.

Einst eine der großen Metropolen der USA, welche ihren Aufschwung durch die Besiedlung der Europäer zum einen und die hervoragende Lage am Mississippi zum anderen zu verdanken hatte, kämpft die Stadt und der Großraum seit den späten 90iger Jahren und der Neuzeit mit dem Untergang der lokalen US Automobilindustrie.

Es ist wirklich sehr schade zu sehen und lässt erahnen, warum ein Slogan, wie "Make America Great Again" derart den Nerv der Zeit getroffen hat - gleich wenn noch nicht viel Politik davon zu sehen ist. Aber auch die davorliegenden 8 bis 10 Jahre waren nicht nur in St. Louis vertane Chancen einer vernünftigen Strukturpolitik.

Die letzten negativen Schlagzeilen im Großraum machte der Vortort Ferguson - wochenlange Unruhen im Vorort ließen die Welt erahnen, welche Spannungen in der Großregion um St. Louis stecken.

Lassen wir uns aber nicht abschrecken und wenden uns wieder den Sehenswürdigkeiten zu. Der Gateway Arche symbolisiert das Tor zum Westen. Ein phänomenales Wahrzeichen und weltweit das größte, ist es sogar zu erklimmen. In kleinen, an eine Waschtrommel erinnernde Kapsel reist man in die Spitze des stählernen Bogens und genießt einen grandiosen Ausblick über die Stadt und die Region. Der Anblick macht Freude auf die kommenden Meilen die vor uns liegen und lässt den Entdeckergeist von Lewis & Clark wach werden.

In den Straßenzügen von St. Louis wechseln sich Gebäude aus der Blütezeit und den futuristischen 70iger Jahren ab. Sport steht hier im Zentrum und das Wiederum in Form der Busch Arena. Nein nicht G.W. Busch - hier dreht sich alles um die in St. Louis ansäßige Anheuser-Busch Inc. Brauerei, eine der größten der Welt.

Bevor wir morgen weiter in den Westen Missouris aufbrechen, statten wir den Anheuser-Busch's noch einen Besuch ab.

Von Chicago, IL nach Springfield, IL

Der Startpunkt unserer Reise liegt in Chicago, Michigan Ave Ecke Adams St., wobei dies nicht den ursprünglichen Ausgangspunkt der alten Route 66 markiert. Durch Veränderungen der Stadtplanung bzw. Straßenführung in Chicago wurde dieser immer wieder verändert.

Die ersten Kilometer aus Chicago hinaus, gehören wahrlich nicht zu den Höhepunkten der Strecke und so sind wir bis nach Joliet dem Interstate 55 gefolgt. Ab Joliet lohnt es sich die Strecke abseits des I55 zu fahren - teilweise sind dies noch die originalen Abschnitte der alten Route 66, teilweise eine parallel zum I55 führenden Servicestraße.

Kleine verlassene Orte, Maisfelder bis zum Horizont und grüne Prärielandschaften wechseln einander ab und bieten dem Auge eine schöne Abwechslung. Das erste, wohl typische Zeichen der Route 66 taucht dann in Wilmington auf. Der Gemini Giant,  eine knapp 10 Meter große Figur mit Weltraumhelm, machte einst die Reisenden auf den Launching Pad Diner aufmerksam.

Heute ist dieser Diner geschlossen und dennoch legen Reisende einen Stop ein - nicht um sich zu stärken - vielmehr um ein Bild zu schießen, um den Daheimgebliebenen das erste skurile Urlaubsbild zu zeigen. Selbstverständlich haben auch wir diesen Stop eingelegt.

Eigentlich sind es aber die vielen Kleinigkeiten am Straßenrand, die das Gefühl, auf einer langen und großen Reise zu sein, aufkommen lassen.

Chicago, IL

Startpunkt unserer gemeinsamen Reise ist Chicago - The Windy City.

Beeindruckend gegensätzlich präsentiert sich diese Stadt. Sie kommt als große Metropole mit einem Hauch venizianischem Charme, riesigen Wolkenkratzern, Glamour und sichtbarer Armut daher.

Besonders faszinierend - die Stadt liegt direkt am Westufer des Michigansee. Im Winter häufig zugefroren, kann man sich im Sommer herrlich von der Gluthitze der Stadt abkühlen.

Besonders schön könnt ihr die Stadt vom Wasser, dem Chicago River,  aus entdecken. Die Perspektive und das Gefühl von einem Stadtfluss die Metropole zu entdecken, ist etwas ganz besonderes.

Im Zentrum der Stadt, auch "The Loop" genannt, kommt das Chicago Feeling der 1920iger Jahre immer noch auf. Im Kreis und daher The Loop genannt, durchzieht die Stadtbahn oberhalb der Straßen der Stadt, einmal das innere Zentrum. Hier liegt auch der offizielle Startpunkt der Route 66.

Besonders ans Herz möchte ich Euch einen kleinen Abstecher in den Luire Garten legen. Dieser liegt im Millenium Park und ist eine wunderschön gestaltete urbane, grüne Oase. Genau der Richtige Ort für ein Mittags-Picknick und Erholung vom Großstadtlärm.

Gut erholt könnt ihr dann einen Shopping Rundgang auf der Magnificant Mile starten - die Einkaufsstrasse in Chicago. Auch hier gibt es jede Menge Abwechslung - neue glitzernde Geschäfte, große Geschäftsgebäude und dann, mittendrin und gegenüber vom John Hancock Center, steht, winzig klein, die Fourth Presbyterian Church.

Wusstet ihr eigentlich, dass Ray Kroc in De Plaines, einem Vorort von Chicago am 15. April 1955 die erste McDonalds Filiale der USA als Franchiseunternehmen eröffnete? Und die Filiale existiert noch heute!

Und sonst? Richtig nett sind auch die westlich gelegenen Vororte, wie zum Beispiel Oakpark. Schön kleinstädtisch mit tollen Parkanlagen, kleinen Geschäften und superschönen Neighborhood Siedlungen.

Ich könnte hier noch so viel mehr über Chicago und die Sehenswürdigkeiten, wie Willis Tower, John Hancock Center oder dem Navy Pier schreiben.

Wir wollen aber unser Ziel nicht aus dem Auge verlieren und das liegt gute 3.200 Kilometer entfernt im Westen. Los gehts auf die erste Etappe, nach Springfield, IL.

The Legendary Route 66

Ein Wort, zwei Zahlen und doch so viel mehr.

Freiheit, Träume, Einsamkeit, Hoffnungen, faszinierende Landschaften, Metropolen und Geisterstädte. Ich lade Euch ein, mich und meine Familie auf eine der spannensten Touren, quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika zu begleiten.

Starten werden wir unsere Reise in Chicago, IL - für mich eine der schönsten Großstädte der USA. Weiter geht es dann in Richtung Springfield, IL; St. Louis; Springfield, MO; Tulsa; Oklahoma City; Amarillo; Sana Fe; Gallup; Sedona; Las Vegas; Santa Monica.

Auf einer Strecke von gut 3.500km durchqueren wir acht Bundesstaaten, drei Zeitzonen, mehrere Klimazonen und gegensätzliche Landschaften. Wir freuen uns auf eine Reise durch die Vergangenheit und Zukunft, auf spannende Begebenheiten und Begegnungen, auf Kultur und Subkultur.

Kommt mit und lasst Euch begeistern von The Legendary Route 66.